22.09.2011 - Deutschland
Papstbesuch LUMIS Führungsunterstützung im Großeinsatz
Eine logistische Meisterleistung in Sachen sanitätsdienstliche Betreuung hatten die Kräfte des Malteser Hilfsdienstes während des Papstbesuches 2011 in Deutschland zu meistern.
Gleich an vier Standorten in Deutschland mussten nahezu gleichzeitig zahlreiche Einsatzeinheiten präsent sein.
Der Malteser Hilfsdienst e.V., der von seiner Heiligkeit liebevoll als seine „päpstliche Sanitätsgarde“ bezeichnet wurde, hatte auch wie im Jahr 2006, in dem er softwaretechnisch exklusiv von Euro-DMS begleitet wurde, den Auftrag für die medizinische Absicherung dieses Großereignisses. Mit mehr als 2.000 Einsatzkräften sorgten die Malteser mit ihrem Sanitätsdienst in Berlin, Etzelsbach, Erfurt und Freiburg für die Sicherheit der Papstpilger.
In Etzelsbach wurde von den Malteserkräften ein LUMIS™ gestützter Führungsstab mit Einsatzabschnittsleitung und zwei Untereinsatzabschnittsleitungen sowie acht Unfallhilfsstellen und sieben Sanitäts-Stationen betrieben. Fünf der Unfallhilfsstellen waren über Zweiwege-Satellitenverbindungen in das zentrale Euro-DMS Führungsunterstützungssystem eingebunden. Die restlichen drei konnten per UMTS angekoppelt werden. Der Satellitenweg ermöglichte die autarke Arbeitsweise jenseits von Mobilfunknetzen mit ihren bekannten Engpässen, wenn Hunderttausende ein Gebiet bevölkern, in dem die Infrastruktur für etwa 30.000 Bewohner konzipiert ist.
Die Daten aus allen Einsatzorten liefen auf dem mehrfach dezentral redundant abgesicherten LUMIS™-Bundesserver zusammen. Mit den Modulen Nachrichten, Dokumentation, Lagekarte, Kräfte, Betroffene, Disposition und Personal wurden Führungsstab und Einsatzleitung in den Kernaufgaben hoch effizient unterstützt. In der Patientenauskunftsstelle (PAST) bei der Polizei in Meiningen wurde durch Verbindungspersonal der Malteser mit einem LUMIS™-Arbeitsplatz die Möglichkeit geschaffen, schnell und umfassend Recherchen über vermisste Personen und deren Verbleib durchzuführen.
In der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt führte der Malteser Stab mit Führungssoftware. Die Mobile Einsatzabschnittsleitung und Patiententransportleitstelle jeweils in einem ELW 2 der Kräfte aus Regensburg und Niederaichbach sowie die medizinische Verbindungsposition zur TEL der Berufsfeuerwehr wurden LUMIS™ gestützt abgebildet.
Die durch den Malteser Hilfsdienst betriebenen Unfallhilfsstellen während der Papstmesse auf dem Domplatz erfassten Betroffene und Patienten ebenfalls im EDV System.
In Freiburg wurde vom Malteser Hilfsdienst die Erfassung von Patienten im eigens dafür eingerichteten Medical Center sowie die Kommunikation seiner Einheiten mit den Modulen Nachrichten, Dokumentation und Betroffene unterstützt. Die Kräfteführung und deren Visualisierung erfolgte über die entsprechenden LUMIS™ Module. Im Medical Center führten die Einsatzkräfte die elektronische Patientendokumentation mittels Eingangs- und Ausgangsregistrierung durch.
In Spitzenzeiten waren 75 LUMIS™ Arbeitsplätze an den drei deutschen Einsatzorten parallel in drei vertikalen Linien vernetzt. Die Gesamteinsatzleitung des MHD hatte die Möglichkeit sich zu jeder Zeit über die Ebenen hinweg einen detaillierten Eindruck der Brennpunkte zu verschaffen und bei Bedarf in Echtzeit einzugreifen.
Der im Vorfeld zum Papsteinsatz sehr enge Dialog zu den unterschiedlichen Führungsebenen des Malteser Hilfsdienstes bezüglich der optimalen Kombination von Führungsprozess und Führungsmittel hat sich in der Umsetzung dieses Großeinsatzes wieder bewährt.
Einen besonderen Gast durfte die Einsatzabschnittsleitung in Erfurt begrüßen: Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann ließ es sich nicht nehmen und informierte sich ausführlich über die Leistungsfähigkeit der dortigen Malteser Einsatzleitung inkl. der von Euro-DMS softwaregestützten Führungsunterstützung. Er zeigte sich tief beeindruckt, als ihm der Malteser-Einsatzleiter von Erfurt, Rainer Zollitsch, die Möglichkeiten und die damit verbundenen Leistungsfähigkeit des Führungsstabes erläuterte.
