07.11.2008 - Wendland
Während des Castor-Einsatzes vom 7. bis 11. November 2008 wurde die Stabs- und Führungssystem DMS-Professional im Stabsbereich Öffentlichkeitsarbeit für das Konzept „Konfliktmanagement“ eingesetzt.
Konfliktmanagement (KM) ist der Versuch der Beeinflussung der Bedingungen von Gewalt mit dem Ziel der Gewaltvermeidung bzw. Gewaltreduktion bei Versammlungen mit einem zu befürchtenden gewalttätigen Verlauf.
Es dient der Einsatzberatung und unterstützt seit 2001 die Einsatzleitung bei der Lagebeurteilung und Entscheidungsfindung.
Dafür werden vor und während des Einsatzes speziell ausgewählte und qualifizierte Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte eingesetzt. Ihre Aufgaben umfassen:
Öffentliche Präsenz und Vermittlung zu staatlichen Institutionen und zivilgesellschaftlichen Gruppen
Öffentliche Präsenz und direkter Kontakt zu den Akteuren des Protestes, Beteiligten, Anwohnern und sonstigen Betroffenen.
Interventionen vor dem Einsatz und im Einsatz mit dem Ziel, rationale Begegnungen zu ermöglichen und die Gewaltbereitschaft herabzumindern.
Direkte Öffentlichkeitsarbeit
Konfliktmanager/innen sind im Einsatzgeschehen in Zweier-Teams unterwegs und jederzeit ansprechbar, für Bürger, Polizeiführer und Einsatzkräfte. Die Teams signalisieren und realisieren die Gesprächsbereitschaft der Polizei.
Sie können schlichten und verhandeln.
Insbesondere in schwierigen und konfrontativen Situationen tragen sie dazu bei, den Spielraum für Gespräche zu erweitern und die Schwelle für Eingriffsmaßnahmen hinauszuschieben. Darüber hinaus informieren sie, unterstützen und helfen Versammlungsteilnehmern, Bürgern und Einsatzkräften.
Das Konfliktmanagement versucht seit 2001 dazu beizutragen, dass die Auseinandersetzung um die "Castor-Transporte" in einer Weise geführt wird, die den Beteiligten Schäden an Leib und Seele erspart - den Teilnehmern am Protestgeschehen, den Bewohnern des Wendlandes und den eingesetzten Polizeibeamten.
Mit Unterstützung der DMS-Softwaremodule wurden den Teams Aufträge zugeordnet, Anforderungen und Einsätze verwaltet sowie dokumentiert und der jeweilige Einsatzstatus der Teams übersichtlich dargestellt. Stimmungslagen wurden erfasst und mittels des Disposition Web-Moduls direkt der Stabsbereichsleitung zugänglich gemacht.
So war es dieses Jahr erstmals möglich, Stimmungsbilder der Teams vor Ort ohne zeitlichen Verzug weiterzuleiten.
Im Ergebnis wurde der friedliche Protest an bestimmten Brennpunkten über das sonst übliche Maß hinaus gewährt und hat damit zu einem insgesamt friedlich verlaufenden Einsatz beigetragen.
